Bezirk

Lies mehr von Stefan

1. Dezember 2023

«Wer anklopft, dem wird aufgetan»


An der langen Leine Gottes

Ich heisse Stefan, bin im freikirchlichen Milieu im katholischen Luzern aufgewachsen und kenne Ausgrenzung und Anderssein seit der ersten Klasse. Das Bewusstsein, auch mit meiner homosexuellen Orientierung nicht zum Mainstream zu gehören, machten meine Pubertät und meine Jahre als junger Erwachsener zu einer schwierigen Lebensphase. Ich wollte jedoch weder meinen Glauben an einen gerechten Gott aufgeben noch die evangelisch-metho­distische Kirche in die Rumpelkammer der missratenen Erfahrungen stellen. Nach langem Ringen gab mir Gott mit 33 Jahren die Gewissheit, sein Kind zu sein, und ich schaffte das Coming-out. Nach einer SBB-Lehre und 33 Jahren in der Fliegerei wurde ich 2021 mit 60 Jahren frühpensioniert.

Gottvertrauen lohnt sich

Ich engagiere mich schon jahrelang in der methodistischen Kirche Adliswil-Zürich 2, weil ich seit meiner Mitgliederaufnahme als Teenager wusste, dass ich in diese Kirche gehörte. Der Umgang vieler Freikirchen mit dem Thema LGBTQ liess mir wenig Hoffnung, dass wir uns einst aktiv den queeren Men­schen zuwenden würden. Deshalb freute ich mich ungemein, als die methodistische Gemeinde in Zürich-Wollishofen das Projekt Regenbogenkirche be­gann. Seit bald vier Jahren bietet sie queeren Menschen vorbehaltlos eine christliche Gemeinschaft.

Wer anklopft, dem wird aufgetan

Viele Menschen mögen schlimme Erfahrungen mit Kirche und organisiertem Christentum gemacht haben. Wir in der Regenbogenkirche wollen bezeu­gen, dass keine:r von Jesus abgewiesen wird wegen der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität, wenn wir das Geschenk der Gnade annehmen. Diese Botschaft will ich auch vertreten.

 

Weiteres Porträt
Lies mehr von Marcel